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STIKO hält Massenimpfung von Kindern für unwahrscheinlich

Themenbild: Pixabay

Berlin. Zwei Tage vor dem Bund-Ländergipfel haben Experten sich skeptisch zu möglichen Massenimpfungen von Kindern und Jugendlichen geäußert.

Dass es eine allgemeine Impfempfehlung der Ständigen Impfkommission (STIKO) für Kinder und Jugendliche geben wird, hält der Jugendmediziner Rüdiger von Kries für unwahrscheinlich. „Die STIKO ist ein autonomes Organ, wir arbeiten nicht auf Zuruf des Ministeriums, wir treffen unsere Entscheidungen nach Bewertungen der Risiken und des Nutzens“, sagt von Kries, der auch Mitglied der STIKO ist am Dienstagabend in der Talksendung rbb-Spezial. Momentan wisse man „nichts“ über die Nebenwirkungen von Corona-Impfungen bei Kindern. „Bei unklarem Risiko kann ich zur Zeit noch nicht vorhersehen, dass es eine Impfempfehlung für eine generelle Impfung geben wird“, so von Kries weiter.

Der Amtsarzt Patrick Larscheid aus Berlin-Reinickendorf schätzt die Lage genauso ein: „Wer zwei und zwei zusammenzählen kann, rechnet damit, dass es keine allgemeine Impfempfehlung von der STIKO für diese Altersgruppe geben wird“, sagte er im Gespräch mit rbb-Moderator Volker Wieprecht. Die derzeitigen Pläne von Massenimpfungen würden dadurch zerschlagen. Vielmehr werde es vermutlich eine Indikationsimpfung geben, bei der nur schwer kranke Kinder je nach individuellem Risiko geimpft würden.

Das Ziel der Herdenimmunität sei zwar weiterhin vorhanden, sagte STIKO-Mitglied van Kries. Aber Herdenimmunität dürfe nicht das primäre Ziel für Impfungen von Kindern sein: „Kinderimpfungen macht man, damit die Kinder davon profitieren können, damit den Kindern schwere Krankheiten erspart bleiben, ohne dass sie ein Risiko eingehen“, so von Kries. Man könne Herdenimmunität viel besser erreichen, wenn man sich um die 40 Millionen kümmere, die noch nicht geimpft sind. Diese würden zudem sehr viel mehr von den Impfungen profitieren als die Kinder.

PM/RBB

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