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Aussetzung von AstraZeneca-Impfungen: Impfzentrum Münster muss über 3000 Impftermine verschieben

Themenbild: Pixabay

Münster. Nach einer entsprechenden Warnung des Bundesinstituts für Impfstoffe und biomedizinische Arzenimittel (Paul-Ehrlich-Institut) vom heutigen Tag hat die Stadt Münster unverzüglich sämtliche Impfungen mit dem Covid-19-Impfstoff AstraZeneca ausgesetzt.

„Bei Analyse des neuen Datenstands sehen die Expertinnen und Experten des Paul-Ehrlich-Instituts jetzt eine auffällige Häufung einer speziellen Form von sehr seltenen Hirnvenen-Thrombosen (Sinusvenenthrombose) in Verbindung mit einem Mangel an Blutplättchen (Thrombozytopenie) und Blutungen in zeitlicher Nähe zu Impfungen mit dem COVID-19-Impfstofstoff AstraZeneca“, heißt es in einer Mitteilung des Paul-Ehrlich-Instituts.

Wolfgang Heuer, Leiter des städtischen Anti-Corona-Krisenstabes, sagt: „Wir haben noch nicht genug Informationen, um diese neue Nachrichtenlage abschließend zu bewerten. Für die laufende Impfkampagne ist das aber in jedem Fall ein schwerer Rückschlag. In einer ersten Maßnahme haben wir sichergestellt, dass im Impfzentrum der Stadt Münster zum Schutz der Bevölkerung kein AstraZeneca mehr verimpft wird, bis die Lage sich klärt.“ Gemeinsam mit der Kassenärztlichen Vereinigung organisiert die Stadt Münster zur Stunde neue Fahrpläne für die Massenimpfung in Münster.

Alle ausstehenden Termine im Impfzentrum Münster, bei denen AstraZeneca zum Einsatz kommen sollte, wurden abgesagt. Das Impfzentrum hat die über 3000 Betroffenen darüber bereits per Email informiert, sofern eine entsprechene Adresse hinterlegt ist. Nach Ersatzterminen für diesen Personenkreis wird gegenwärtig noch gesucht.

Die Impfungen mit den anderen verfügbaren Impfstoffen finden wie geplant statt. Der Betrieb des städtischen Impfzentrums wird nicht unterbrochen. Alle vereinbarten Impftermine für Über-80-Jährige dort bleiben bestehen. Auch bei den beruflich besonders begründete Impfungen (berufliche Impfungen) von Personen unter 18 bzw. über 65 Jahre ändert sich nichts. Für diese Personengruppen ist ohnehin ein anderer Impfstoff vorgesehen. Dasselbe gilt für Bewohnerinnen und Bewohnern bzw. betreute Personen in Tagespflegeeinrichtungen, besonderen Wohngemeinschaften und teilstationären Einrichtungen.

Das Impfzentrum Münster hat in der Zeit vom 8. Februar.2021 bis 14. März 2021 knapp über 10.000 Impfungen mit AstraZeneca durchgeführt. Die Stadt Münster empfiehlt auf Basis einer entsprechenden Veröffentlichung des Paul-Ehrlich-Instituts Personen, die mehr als vier Tage nach einer Impfung mit dem AstraZeneca-Impfstoff starke und anhaltende Kopfschmerzen oder punktförmige Hautblutungen bei sich feststellen, unverzüglich einen Arzt aufzusuchen.
Die Folgen des Impfstopps für den gesamten Impfprozess im Stadtgebiet sind derzeit nicht absehbar. Dem Impfzentrum Münster stehen derzeit nicht genug alternative Impfstoffe zur Verfügung, um die aktuellen AstraZeneca-Ausfälle zu kompensieren.

PM/Stadt Münster

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