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Theologin bedauert: Missbrauchsstreit im Erzbistum Köln schadet auch der evangelischen Kirche

Symbolbild: Pixabay

Köln. Die Vorgänge um die Missbrauchsaufarbeitung im katholischen Erzbistum Köln und das Verhalten von Kardinal Rainer Woelki schaden nach Darstellung der Theologin und Pfarrerin Margot Käßmann auch der evangelischen Kirche in Deutschland. „Leider muss ich sagen, er schadet der Kirche insgesamt“, sagt die frühere Hannoveraner Landesbischöfin in der neuen Folge des Podcasts „Die Wochentester“ von „Kölner Stadt-Anzeiger“ und „RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND)“.

Auch die Evangelische Kirche werde von dem Vertrauensverlust erfasst. „Dieser Missbrauchsskandal ist derart bitter. Einerseits natürlich für die römisch-katholische Kirche und für viele wackere Katholikinnen und Katholiken, die ich kenne, aber es betrifft tatsächlich auch uns als evangelische Kirche. Ich habe es früher schon erlebt, dass Menschen aus der evangelischen Kirche ausgetreten sind, weil der Papst irgendetwas gesagt hat. Da differenzieren viele nicht mehr.“

Die Kirche habe immer ein hohes Vertrauen besessen, wenn ihr Kinder und Jugendliche anvertraut wurden, so die 62-Jährige. „Und es tut all denen weh, die sich seit Jahren abmühen in Kindergottesdiensten und Jugendfreizeiten, wenn festgestellt werden muss: Dieses Vertrauen wurde furchtbar missbraucht. Da wurden Kinder missbraucht, ihre Würde aufs Tiefste verletzt.“ Auch ihr selbst tue das weh, „mit Blick auf meine Kirche, aber auch mit Blick auf viele Mitglieder der römisch-katholischen Kirche. Ich weiß gar nicht, wie dieser Vertrauensverlust wieder gutzumachen ist. Das wird ungeheuer schwierig sein.“

Das vollständige Gespräch mit Margot Käßmann hören Sie im Podcast „Bosbach & Rach – Die Wochentester“ ab Freitag, 7 Uhr auf ksta.de/wochentester und rnd.de. Der Podcast mit Wolfgang Bosbach und Star-Koch Christian Rach ist außerdem abrufbar über Apple Podcasts, Spotify, Amazon Music, Audio Now, Deezer und Podimo.

PM/ots/Kölner Stadt-Anzeiger

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