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Hochbetrieb im künftigen Impfzentrum Münster

Dort, wo sonst normalerweise Messen wie die "Hochzeitstage" oder große Firmenevents stattfinden, sollen alsbald bis zu täglich 2400 Impfungen möglich sein. Foto: Amt für Kommunikation, Stadt Münster

Münster. Ungezählte Kilometer Kabel werden von Traversen unter der Decke gehalten, palettenweise Zwischenwände hineingefahren und allenorts wird gehämmert, gebohrt, gebaut: Die Messehalle Nord des Messe- und Congress-Centrums Halle Münsterland (MCC) wird derzeit nach Landesvorgaben bis zum 15. Dezember zu einem der größten Impfzentren der Region umgestaltet. Dort, wo sonst normalerweise Messen wie die „Hochzeitstage“ oder große Firmenevents stattfinden, sollen alsbald bis zu täglich 2400 Impfungen möglich sein.

Wichtiges Zusammenspiel

Die Herausforderungen sind enorm: Nicht nur die Zahl potenziell zu versorgender Impflinge macht eine besondere Logistik erforderlich, auch stete Änderungen in den Landesvorgaben gilt es kurzfristig umzusetzen. Seit Donnerstag (10. Dezember) haben die Messebauer hier das Regiment übernommen, bis dahin wurden Kabel gezogen, Stromleitungen verlegt, aber auch schwere Maschinen in die Halle gefahren und binnen Stunden die so wichtigen Traversen für das sowohl organisatorische als auch medizinische Gesamtkonzept aufgebaut.

Mittendrin: Zahlreiche Verantwortliche städtischer Ämter, der Kassenärztlichen Vereinigung Westfalen-Lippe (KVWL), des MCCs und insbesondere der Berufsfeuerwehr Münster. Letztere hat die Federführung für den Aufbau des Impfzentrums übertragen bekommen, die KVWL ist für den medizinischen Sektor verantwortlich. Nur über das Zusammenspiel aller Beteiligten lässt sich eine derart große Aufgabe stemmen – drei Wochen nach dem pauschalen Auftrag des Landes, ein Impfzentrum auch in Münster zu errichten, und keine zwei Wochen nach der ersten Baubesprechung liegen hier die Arbeiten bis zu diesem Freitag (11. Dezember) allesamt im Zeitplan.

„Es ist eine beachtliche Gemeinschaftsleistung, die hier binnen kürzester Zeit von allen Beteiligten zum Wohl der münsterschen Bevölkerung vollbracht wird“, ist Oberbürgermeister Markus Lewe zuversichtlich, dass die Bürgerinnen und Bürger alsbald geimpft werden können.

Hoffnung auf Normalität

Als Versammlungsstätte bietet das Messe- und Congress-Centrum überdies die besten Voraussetzungen für solch ein Projekt. Lara Aupke (MCC-Projektleiterin im Geschäftsbereich Gastveranstaltungen): „Für uns hat die Einrichtung eines Impfzentrums eine große Bedeutung. Die Pandemie hat uns und unsere gesamte Branche sehr hart getroffen. Das Impfzentrum ist nun ein Signal, dass es weitergeht, dass Hoffnung auf Normalität besteht.“

Noch ist zwar ungeklärt, wann tatsächlich für die Bürgerinnen und Bürger ein Impfstoff zur Verfügung steht, die baulichen Arbeiten am und im Impfzentrum werden nach aktuellem Stand aber rechtzeitig und wie gewünscht abgeschlossen sein können. Es ist ein weiterer hoffnungsvoller Schritt auf dem bislang so diszipliniert bewältigten Weg durch die Pandemie in Münster. Und dringend nötig überdies. Wolfgang Heuer, Leiter des Krisenstabs: „Aktuell verschlechtert sich die Corona-Lage sehr deutlich. Umso wichtiger, dass wir bald mit der Impfung der ersten Bevölkerungsgruppen beginnen können.“

Der Aufbau des Impfzentrums in der Halle Nord ist in vollem Gange. Derzeit sind die Messebauer aktiv. Foto: Amt für Kommunikation, Stadt Münster

Vulnerable Gruppen priorisiert

Auch Dr. Hendrik Oen, Leiter der KVWL-Bezirksstelle Münster, setzt auf einen baldigen Start der Impfphase: „Die KVWL und die Stadt Münster arbeiten bei der Einrichtung des Corona-Impfzentrums Hand in Hand. Gemeinsam planen wir seit einigen Wochen intensiv, wie die Corona-Impfung in der Halle Münsterland ablaufen könnte. Die KVWL kümmert sich überdies um die Dienstpläne für Ärzte und medizinisches Personal, die Resonanz ist hier sehr gut. Jetzt geht es in den Endspurt der Vorbereitungen.“

Bevor – je nach Verfügbarkeit des Impfstoffes – das Impfzentrum in den Vollbetrieb gehen kann und zu einem späteren Zeitpunkt dann auch niedergelassene Praxen in den regulären Impfbetrieb eingebunden werden, soll es auch vom Impfzentrum aus gesteuerte „Mobile Teams“ geben – also medizinische Kräfte im aufsuchenden Dienst. Diese werden von der KVWL organisiert und voraussichtlich in der Anfangsphase besonders vulnerable Gruppen in stationären Alten- und Pflegeeinrichtungen impfen. Die in der Halle Münsterland zentralisierte Organisation mit entsprechend gebündelter Logistik soll für möglichst wenige Reibungsverluste sorgen. Das benötigte Material wird nach jüngsten Planungen täglich vom Land ausgeliefert.

KVWL erarbeitet Terminmanagementsystem

Wichtig zu wissen: Ohne die schriftliche Impfberechtigung und einen entsprechenden Termin ist kein Zutritt zum Impfzentrum möglich. Derzeit wird ein spezielles Terminmanagementsystem erarbeitet und sobald alle Details geklärt sind, wird die KVWL die Bürger über das weitere Prozedere informieren. Geplant ist, dass eine Terminvergabe telefonisch, per App und über eine Webseite möglich sein soll.

Eine Impfung kann zwar ein bedeutsames, aber gerade zu Beginn nur ergänzendes Hilfsmittel in der Bewältigung dieser Krise sein. Je mehr Menschen sich impfen lassen, desto geringer wird die Gefahr einer Übertragung und umso größer der Schutz aller Mitmenschen. Dafür ist es aber zwingend erforderlich, dass die bekannten AHA+L-Regeln auch nach dem Start des Impfzentrums weiterhin eingehalten werden.

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