Bonn (dts) – Die Finanzaufsicht Bafin will nach einer Reihe von Problemen bei Regionalbanken die Kontrollgremien der Institute genauer überprüfen.
„Gute Aufsichtsräte sind sehr wichtig“, sagte Raimund Röseler, der oberste Bankenaufseher der Bafin, dem „Handelsblatt“ (Mittwochausgabe). „Dieses Thema ist 2025 einer unserer Schwerpunkte. Entscheidend ist aus meiner Sicht, dass im Aufsichtsrat Menschen sitzen, die der Arbeit des Vorstands mit einer gesunden Skepsis begegnen.“ Das sei nichts, was man in Schulungen lernen könne.
Zuletzt mussten drei Volksbanken von der genossenschaftlichen Sicherungseinrichtung gestützt werden. „Es war schon bedenklich, in welchem Ausmaß Risiken einzelner Institute im vergangenen Jahr abgeschirmt werden mussten“, sagte der Bafin-Exekutivdirektor. „Die Fälle waren auch teurer als üblich.“
2024 hatte Röseler bemängelt, dass viele Problembanken von „alten weißen Männern“ geführt worden seien, die sich überschätzt hätten. Die Bafin habe sich deshalb alle Banken angesehen, bei denen Vorstand- und Aufsichtsratschef länger als 15 Jahre im Amt seien, sagte Röseler nun. „Wir sind auf zwei Institute aufmerksam geworden, die wir uns jetzt genauer ansehen. Aber es war keine Tendenz erkennbar, dass solche Institute grundsätzlich schlechter geführt werden als andere.“
Röselers Fazit: „Viele alte weiße Männer machen ihre Sache gut.“
Foto: Bafin (Archiv), via dts Nachrichtenagentur